BQ Aquaris M5 Smartphone [deutsch]

Nachdem ich schon das BQ Aquaris M4.5 ausprobieren konnte und bei diesem besonders von der flotten Leistung mit der handlichen Größe begeistert war, hatte ich nun das Glück, auch den größeren Bruder für sechs Wochen zu testen.

Wer schon meinen Bericht zum M4.5 gelesen hat, wird viele Parallelen feststellen, da sie sich wirklich sehr ähnlich sind.
Leider konnte ich aber auch feststellen, dass das M5 trotz größeren Prozessors nicht ganz die Spritzigkeit des kleineren Modells aufbringt. Ich vermute, dass die FullHD-Auflösung hier ihren Tribut fordert. Für alle Aktionen benötigt der Fünfzöller daher gefühlt einen Augenblick länger.

Ebenso empfinde ich auch jetzt nach mehrwöchigem Test die Gehäusegröße immer noch als gerade so ein bisschen zu groß.
Das schon beim 4.5 angesprochene etwas scharfkantige Chassis trägt hierzu nicht unwesentlich bei.
Das kompaktere Handy liegt auf jeden Fall um einiges angenehmer in der Hand.

Ein schlechtes Smartphone ist das M5 jedoch keineswegs. Besonders dessen Display hat es mir sehr angetan. Mehr dazu im folgenden Bericht – eilige dürfen auch hier wieder ans Ende springen:

Lieferumfang

Das Handy wird in einer kleinen, stabilen Box geliefert, welche neben dem Gerät selbst nur noch ein „Sim-/Speicherkartenfach-Öffnungstool“ und das passende USB-Ladekabel enthält. Ein Steckdosenadapter ist nicht enthalten und müsste, falls noch nicht im Besitz, extra erworben werden.
Hier passt aber natürlich jedes normal erhältliche Netzgerät – ich empfehle beispielsweise das günstige Anker 2-Port USB Ladegerät.

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Gehäuse & Design

Beim ersten Kontakt ist man erst einmal über das geringe Gewicht des schlanken Geräts überrascht. Dieses liegt durch eine sich Richtung Display leicht verjüngende Bauform und die matte Rückseite jedoch angenehm sicher in der Hand. Das Design ist außerdem überaus schlicht gehalten, wirkt auf mich durch das dezente schwarz aber auch sehr schick. Die klaren Linien und leicht abgerundeten Ecken lassen es in Kombination mit dem sehr ähnlichen Front-Lautsprecher von vorne beinahe mit dem iPhone 5 verwechseln. Von der Seite und hinten hebt es sich dann aber wieder ein gutes Stück ab.
Einen kleinen Kritikpunkt stellt die etwa 0,5mm überstehende Kante um das Display dar, welche bei auf der Front liegendem Handy zwar sicherlich praktisch gegen Kratzer – aber manchmal leider auch etwas zu scharfkantig ist. Speziell am Ohr könnte das bei langen Telefonaten stören. Auch beim langen Halten in der Hand macht sich diese ab und an störend bemerkbar.
Die nicht abnehmbare Rückseite fühlt sich dagegen durch den matten Kunststoff angenehm weich an und verhindert auch jedes Entstehen von Fingerabdrücken.

Beide Micro-Sim-Karten und die Micro-SD-Karte lassen sich über seitliche Fächer einschieben, welche mit dem beiliegenden „Metallstift“ oder einer aufgebogenen Büroklammer geöffnet werden können.

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Inbetriebnahme

Das Handy kam bei mir circa halb geladen an und konnte so direkt genutzt werden. Beim ersten Anschalten läuft das gewohnte Android-Einstellungsprozedere ab, bei dem sich Sprache und WLAN einrichten lassen. Vom Betätigen des Power-Knopfes bis zum Erreichen des Homescreens vergehen so etwa vier Minuten.
Besonders ist die Nachfrage, ob man am BQ-Plus-Programm teilnehmen möchte, welches für 39,90€ pro Jahr viele erdenkliche Schadensfälle wie Sturz, Bruch, Raub, Wasserschaden, etc. abdeckt.
Hier erhält man laut Hersteller vollkommen kostenlos Austausch oder Reparatur. Wichtig ist für einen Schutz von Beginn nur, dass man innerhalb der ersten sieben Tage am Programm teilnimmt. Schließt man es dann innerhalb der ersten drei Monate noch ab, gilt eine Karenzzeit von einem Monat.
Wie zuverlässig BQ hier agiert, wird sich noch zeigen. Preislich stellt die Versicherung meiner Meinung nach aber eine gute Möglichkeit dar, das Handy etwas unbeschwerter zu nutzen.
Die beim M4.5 fälligen nur 19,90€ sind jedoch nochmal ein gutes Stück günstiger.

BQ Aquaris M5 SmartphoneBQ Aquaris M5 Smartphone-018

Display & Touch

Nach dem Anschalten fällt einem beinahe direkt auf, wie scharf sämtliche Inhalte dargestellt werden. Durch die FullHD-Auflösung kann das M5 also displaybezogen locker mit vielen Konkurrenten mithalten. Die Verwendung einer VR-Brille, wie Google Cardboard oder ähnlichen ist hierdurch auch gut möglich.
Das Display ist kontraststark, meiner Meinung nach recht farbecht und auch kleine Schriften können sehr gut gelesen werden.
Im Vergleich mit der AMOLED-Technologie (z.B. Galaxy S5) sind die LCD-IPS-Schwarzwerte zwar nicht ganz so gut, können aber mithalten. Zusammen mit dem sehr hellen Bildschirm führt dies auch im Freien zu guter Ablesbarkeit.

Angenehm zügig verhält sich auch der Touchscreen. Bisher hatte ich kaum Probleme damit, dass Eingaben nicht erkannt oder verzögert wahrgenommen wurden. Jedoch war das M4.5 hier nochmal ein Stückchen schneller.
Wie beim M4.5 gefällt mir, dass BQ auf Softkeys setzt und so für eine effizientere Ausnutzung des Bildschirms selbst sorgt. Effektiv führt dies vor allem beim Browsen und der generellen Smartphone-Bedienung zu mehr darstellbarem Inhalt.
Im Vergleich mit dem [[ASIN:B00IKFB4OS Galaxy S5]] könnte der Displayrand aber gerne noch ein wenig kleiner ausfallen. Zwar ist das Verhältnis Bildschirm-zu-Gehäuse um einiges besser als beim M4.5 – verbesserungswürdig ist es aber immer noch.

Leistung & Speicher

Wie beim Touchscreen schon angesprochen, reagiert das Aquaris insgesamt einigermaßen zügig. Aufgrund der geringeren Auflösung des M4.5 wird es bei der Geschwindigkeit aber leider tatsächlich von diesem überholt. Apps öffnen sich einen Tick langsamer und die Bedienung ist nicht ganz so flott.
Wer leistungshungrigere Software betreiben möchte, sollte möglicherweise auf das 3GB-RAM-Modell ausweichen – für Normalnutzer dürfte aber die vorliegende 2GB-Variante absolut ausreichen.

Da der Prozessor zwar ingesamt zufriedenstellend arbeitet, mit der großen Auflösung aber ab und zu etwas überfordert ist, muss man auch bei grafiklastigen Spielen wie „Asphalt 8“ die Einstellungen für ein absolut ruckelfreies Spielerlebnis etwas zurückstellen.
Casual Games wie „Angry Birds“ oder ähnliche simple Apps laufen aber natürlich problemlos.

Glücklicherweise hat BQ beim M5 nun die Möglichkeit gelassen, Apps auf die SD-Karte auszulagern. Die integrierten 16GB sollten also ohne Weiteres ausreichen.
Das M4.5 hatte hier noch ordentliche Probleme. Interessenten der kleineren Variante rate ich also auf jeden Fall zum 16GB-Modell.

Wer übrigens sogenanntes „USB On-The-Go“ (OTG) mit dem Aquaris nutzen möchte, kann dies ohne Weiteres tun. Hierzu wird jedoch ein Adapter von Micro- auf Normal-USB benötigt. Möglich ist so auch die Verbindung mit einem USB-Hub und dem Anschluss von verschiedenen Geräten, wie USB-Sticks, Tastaturen, Gamepads und ähnlichem gleichzeitig.

Verbindungen

Eine Besonderheit des Aquaris ist die Möglichkeit, zwei LTE-Simkarten zu verwenden. Hierbei kann in den Einstellungen gewählt werden, welche Karte für Daten, Anrufe und SMS präferiert wird. Eine Kombination aus günstigem aber umfangreichen LTE-Daten- und Prepaidtarif wäre dadurch also möglich. Ebenfalls kann man das natürlich auch für zwei verschiedene Rufnummern oder eine Ausland-/InlandSim nutzen.
Der Empfang ist hierbei mit beiden Karten durchwegs gut.

Bluetooth und WLAN funktionieren im Grunde ohne Auffälligkeiten und die Reichweite ist weder außergewöhnlich schlecht, noch gut. Das Signal zum Router im zweiten Stock reicht knapp bis ins Erdgeschoss und draußen auf der Straße ist ebenfalls noch Empfang, wobei die Datenraten linear abhängig zur Entfernung abfallen.
Komischerweise ging das WLAN-Signal ab und zu einfach verloren und eine Verbindung kam erst nach einigem Warten wieder zustande.

Im Gegensatz dazu war das GPS-Signal außergewöhnlich schnell gefunden und alle bisherigen Positionsanzeigen ziemlich genau.

Sehr schön ist die Unterstützung von NFC, das ich spätestens nach der Anschaffung meiner Creative Roar Bluetooth Box angefangen habe, zu schätzen, da eine Verbindung durch kurzes Aneinanderhalten super schnell und simpel aufgebaut ist.

Software

Neben der Dual-Sim und einem guten Display konnte mich bisher auch die Software überzeugen. BQ nutzt hier einen sehr schlichten Launcher (also das was man sieht, wenn man sich auf dem Homescreen und in der App-Auswahl befindet).
Er unterstützt die Sortierung der Apps in Ordner, erlaubt unendlich viele Homescreen-Seiten und das Hinzufügen von Widgets über einen langen Klick auf eine freie Stelle.
Vorteil dieses schlichten und funktionalen Launchers ist eine grundsätzliche Schnelligkeit, die ich bei umfangreicher ausgestatteten Programmen noch nicht erlebt habe.
Wer etwas mehr Kontrolle über Funktionen seines Launchers haben möchte, kann sich natürlich trotzdem zu jeder Zeit einen Alternativen installieren. Empfehlen kann ich z.B. den „KK Launcher“ aus dem Play Store.

Überdies hat BQ auch ein paar Erweiterungen in anderen Bereichen getätigt. So lassen sich die aus Android 5.1 bekannten Shortcuts („Zweimaliges Herunterziehen“ der Statusleiste) nun frei zusammenstellen. Je nach Präferenz kann man dort also Schnellzugriffe (=“Toggles“) für Taschenlampe, Flugmodus, Soundrecording oder sogar Screenrecording hinterlegen oder entfernen.
Ein nettes Feature stellt auch die direkte Anpassung aller verschiedenen Lautstärken dar, die man beim Drücken der seitlichen Volume-Tasten erreicht.
Wieso die beim M4.5 noch verfügbare Berechtigungs- und Autostart-Beschränkung für Apps im M5 nicht mehr integriert ist, kann ich nicht nachvollziehen. Dies hat mir dort sehr gut gefallen.

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Kamera

Bei Tageslicht macht diese ausreichend scharfe, lebendige und farbechte Fotos. Wird es etwas dunkler, fängt sie wie beim M4.5 schon recht schnell das Rauschen an.
Auf nahe Distanz zeigt das Aquaris immerhin, dass eine recht praktikable LED-Leuchte in ihm steckt, indem es Blitzfotos überraschend farbecht und einigermaßen natürlich ausleuchtet. Da habe ich schon schlechteres gesehen.
Vielleicht kommt in naher Zeit ja ein Update, dass die Kamera noch etwas optimiert. Durch die eigentlich große Blende von f/2.0 verfügt sie durchaus über Potenzial, welches möglicherweise noch ausgeschöpft wird. Besonders die Überschärfung und dadurch Detailarmut könnten etwas reduziert werden.
Für Selfies findet sich eine Front-LED, welche jedoch nicht sehr stark ist und nur für den Nahbereich geeignet scheint.

Videos sind qualitativ ungefähr mit den Fotos vergleichbar und eher für Erinnerungszwecke geeignet. Preislich vergleichbare Smartphones können hier jedoch auch nicht überragend auftrumpfen.
Die Fähigkeit, Zeitlupenvideos aufzunehmen, existiert – wobei hier wiederum der „Erinnerungscharakter“ Vorrang haben sollte. Mit der Filmqualität eines vielfach teureren iPhone 6 sind diese nicht vergleichbar.

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Telefonie

Ein zweites Mikro sorgt für eine ganz gut funktionierende Unterdrückung des Hintergrundlärms und generell würde ich sagen, dass der Klang beim Telefonieren weniger blechern als beim M4.5 und sehr gut verständlich übertragen wird.
In Kombination mit der akzeptablen Maximallautstärke des Hörers ist so auch eine Verständigung in lauter Umgebung möglich.

Akku

Ein besonderes Merkmal stellt wie schon beim M4.5 der verbaute Akku von 3120mAh dar, welcher in Relation zur Displaygröße großzügig dimensioniert erscheint und bei normalem Gebrauch locker für zwei Tage reicht. Hierunter verstehe ich im Laufe des Tages insgesamt ca. 1,5h browsen, zwischendurch immer wieder mailen / SMS / Whatsapp, 3 oder 4 Telefonate (je 5min) führen, Termine erstellen und ähnliches.
Abends habe ich in der Regel noch etwa 60% Restladung und laut Akkudiagnose würde es bis in die Folgenacht um ca. 04:00 Uhr reichen.

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Fazit

Das Aquaris M5 ist ein meiner Meinung nach sehr schickes LTE-Dualsim-Smartphone mit einem super Display, ausreichend schneller System- und Apps-Leistung, sowie guter Telefoniefunktion.
Die Kamera konnte leider nur bei Sonnenschein wirklich überzeugen und insgesamt ist es schade, dass der Prozessor im Vergleich mit dem M4.5 das FullHD-Display nicht so leistungsfähig antreiben kann, dass alles vollkommen flüssig läuft.
Der kleine Bruder stellt sich hier trotz „schlechterem“ Prozessor um einiges flinker an.
Dank der Fähigkeit, viele Apps auf MicroSD-Karte auslagern zu können, reicht der integrierte Speicher von 16GB völlig aus.
Poweruser sollten aber vielleicht zum etwa 20€ teureren 3GB-RAM-Modell greifen.

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BQ Aquaris M5 Smartphone
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BQ Aquaris M5 Smartphone
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