iRULU Walknbook Windows 10 Tablet

Windows 10 ist seit Erscheinen dafür bekannt, sich auch auf Tablets außerordentlich gut zu machen. Da ich das iRULU für einen unabhängigen Bericht zum Testen erhielt, war ich gespannt, wie sich so ein doch noch relativ günstiges Tablet trotz vermeintlich geringer Auflösung im Alltag schlägt.

Design & Verarbeitung

Beim Auspacken überraschte mich erst einmal ein kompaktes, trotz Kunststoff hübsch anzusehendes und wertig wirkendes Gerät. Die schwarz-weiße Optik mag mir gefallen und verarbeitungstechnisch fällt mir nichts negatives auf. Spaltmaße finden sich nur ganz minimale und am Material gibt es kaum etwas zu kritisieren. Sehr schön finde ich die im Vergleich schmalen Ränder, die das Display umgeben.
Es ist überdies absolut verwindungssteif und der Kunststoff scheint stabil sowie fest zu sein.
Einziges Manko: Die Rückseite ist durch die weiße Farbe und etwas raue Oberfläche doch recht schmutzanfällig.

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Inbetriebnahme

Wer bereits mit Windows oder Windows Phone zu tun hatte, wird sich sehr schnell heimisch fühlen. Die Einrichtung geht schnell vonstatten und erklärt sich im Grunde von selbst. Bei der Einrichtung empfiehlt es sich jedoch, genau zu lesen und zum Ende hin die „empfohlenen Expresseinstellungen“ nicht anzunehmen, sondern die letzten Kästchen selbst an-/abzuklicken, um der Datensammelwut von Windows 10 ein wenig zu entgehen.
WLAN und Bluetooth funktionieren bei mir einwandfrei und auch eine Wireless-Display-Verbindung zu meinem Sony Fernseher ließ sich gut einstellen. Angeschlossen an Bluetooth-Maus und -Tastatur lässt sich so beinahe ein vollwertiger PC-Ersatz schaffen. Hier schränkt dann nur die weiter unten thematisierte Hardware-Leistung ein wenig ein.

Display

Vom Hersteller aus befindet sich schon eine Schutzfolie auf dem Bildschirm. Diese ist nicht ganz exakt aufgebracht, ist bis auf die dadurch entstandenen kleinen Blasen aber ansonsten hilfreich gegen Kratzer.
Die Displayfarben wurden insgesamt etwas wärmer abgestimmt, zeigen sich jedoch überraschend blickwinkelstabil. Das Ansehen von Videos ist damit tatsächlich sehr angenehm. Die inzwischen geringere Auflösung von 1280×800 Pixeln wirkt nur bei manchen Webseiten störend, bei denen nicht der gesamte Inhalt angezeigt wird. Für den übrigen Betrieb und auch Schreibtätigkeiten ist sie meiner Meinung nach absolut ausreichend. Die leichte Körnung fällt normalerweise kaum auf.
FullHD-Filmmaterial kann übrigens wiedergegeben werden. Ich nutze hierzu den VLC-Mediaplayer und der eher schwache Prozessor macht hier keine Probleme.

Der Touchscreen gibt sich außerdem recht responsiv. Dessen Oberfläche stellt sich aufgrund der Folie ein wenig rauer dar und lässt kein ganz flüssiges Gleiten zu. Dies verbessert sich aber mit der Zeit. Hier haftet die anfangs aufgebrachte Folie noch etwas stärker.

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Leistung

1GB RAM klingt erst einmal nach nicht sehr viel – und ich hatte im Vorhinein Angst, ein wahnsinnig langsames Tablet zu erhalten. Bis zu einem gewissen Grad kann ich hier aber beruhigen:
Belastet man das iRULU nicht mit zu vielen parallel laufenden Apps oder großen Programmen, läuft es erstaunlich flott. Besonders, wenn man auf Windows-Apps zurückgreift. Desktop-Programme benötigen meist einen etwas längeren Atem, bis sie mal starten. Auch der Explorer ist hiervon ein wenig betroffen. Zwar lässt sich auch auf Desktop-Ebene noch gut arbeiten – jedoch ist das iRULU klar für den App-Betrieb ausgelegt.
Die sonstige Steuerung und der Besuch von Webseiten läuft jedoch sehr flüssig ab – und speziell das Scrollen gelingt dank optimiertem Internetbrowser angenehm weich. Chrome läuft beispielsweise nicht ganz so flüssig.
Für aufwändigere Programme und Spiele dürften es dann auch sehr gerne mindestens 2GB Ram sein.

Klang

Hier kommen wir zum ersten Kompromiss, den der Hersteller eingehen musste.
Der eine Lautsprecher schnarrt recht leise, krächzend und schwach vor sich hin, während sich die Position etwas seltsam einseitig oben links (Hochformat) bzw. unten links (Querformat) befindet.
Der Kopfhörerausgang klingt dagegen ordentlich und sollte vergleichbar mit normalen Laptops sein. Maximale Pegel übersteuern etwas. Jedoch ist die Lautstärke absolut ausreichend und für normale Kopfhörer voll aufgedreht beinahe zu laut.

Kamera

Bei Handys werden die Fotoeinheiten inzwischen immer besser – Tablets profitieren jedoch noch nicht unbedingt von diesem Trend.
Das iRULU stellt hier keine Ausnahme dar und kann mit seinen beiden Kameras (Front & Rückseite) nicht wirklich gut überzeugen. Für Erinnerungsschnappschüsse taugen diese zwar noch, bei steigender Dunkelheit fangen sie aber sehr schnell unschönes Rauschen ein.

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Akkulaufzeit

Nun kommen wir zum größeren Kritikpunkt des Tablets. Der 3000mAh-Akku ist nicht wirklich für ausdauernden Betrieb geeignet. Vergleichbare Tablets haben deutlich höhere Kapazitäten bzw. Laufzeiten.
Windows 10 scheint das Energiemanagement zwar ganz ordentlich hinzubekommen, dennoch halten Android-Tablets wie das preislich ähnlich aufgestellte Lenovo A8-50 nochmal ein gutes Stück länger durch.

Im Standbye/Sleep verbraucht es über 12h etwa 5%. Laut Hersteller ist ein Betrieb mit laufendem Display von etwa 3 bis 5 Stunden möglich. Bei Displayhelligkeit von 25% sind es dann tatsächlich auch 4,5h mit Surfen und Musikhören. Bei 100% reduziert sich das auf etwa zweieinhalb Stunden. Ein 1080p-Film lässt sich bei 75%iger Helligkeit etwa ebenfalls 2,5h abspielen
Für einen angestrebten Medien- Einsatz ist das meiner Meinung nach aber zu wenig.
Für den Heimgebrauch mit Steckdosen in erreichbarer Nähe mag das vielleicht gehen – unterwegs wird man aber bei längerem Gebrauch nicht wirklich seine große Freude mit dem Gerät haben – hier muss man allzu sehr auf die Akkuanzeige achten. Schade ist in dem Rahmen auch, dass die Ladezeiten nicht gerade schnell sind. Trotz mitgeliefertem 2-Ampere-Netzteil wird nur mit maximal 1A geladen und benötigt für eine vollständige Ladung knapp fünfeinhalb Stunden.

Fazit

Wer ein günstiges und vollwertiges Windows-10-Tablet sucht und es hauptsächlich zuhause – oder nur gelegentlich nutzen möchte, darf von den geschilderten Stärken gerne profitieren.
Wer ein ausdauerndes Tablet sucht, ist hier aber leider an der falschen Stelle. Zwar überzeugen Verarbeitung, Display (super!) und Systemschnelligkeit – jedoch ist ein normaler Betrieb von 3-4h für so ein Tablet im Hinblick auf andere Geräte im mobilen Betrieb etwas wenig.



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iRULU Walknbook Windows 10 TabletFragen beantworte ich sehr gerne in den Kommentaren und freue mich dort auch über Anmerkungen.
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iRULU Walknbook Windows 10 Tablet
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