BenQ TH535 DLP-Projektor Beamer

Der TH535 verspricht hohe Bildqualität und Kinogefühl zum vergleichsweise geringen Preis. Ob das stimmt und in welchem Verhältnis er zu den inzwischen immer günstiger werdenden „China-Beamern“ steht, möchte ich in diesem Test herausfinden.

Lieferumfang & Fertigung

Neben Betriebsanleitung, Stromkabel und Fernbedienung findet sich noch ein VGA-Kabel im schlichten aber ausreichend schützenden Karton. Ein HDMI-Kabel wäre da vermutlich die bessere Wahl gewesen – vor allem, da der Projektor für den Heimkinobereich beworben wird und hier wohl kaum noch jemand auf VGA setzt.
Ebenso befindet sich keine Transporttasche im Lieferumfang. Möchte man den Beamer also mitnehmen, empfiehlt es sich, mindestens noch in eine passende Schutzhülle zu investieren.
Etwas schade finde ich auch den Verzicht auf eine Linsenabdeckung, was den Beamer noch weniger transportabel macht und zur Folge hat, dass man die Optik auch im Heimgebrauch hin und wieder von Staub befreien muss.

Im Gegensatz dazu ist die Verarbeitung tadellos und auch die Optik finde ich sehr ansprechend. Die Knöpfe der Fernbedienung und am Gerät haben einen guten Druckpunkt und durch die variabel zu verstellenden Standfüße lässt sich der Beamer optimal ausrichten. Zudem ist eine Deckenmontage möglich, wobei man hierfür natürlich die passende Halterung benötigt.
Zusätzlich wird der Lampentausch durch einen guten Zugang einfach ermöglicht und erlaubt eine höhere Langlebigkeit.

Bildqualität

Sehr angetan war ich von der subjektiv absolut einwandfreien Farbwiedergabe. Im billigen Segment musste ich bisher immer feststellen, dass vor allem orange-rote Töne extrem ins rote abdriften.
Gerade im Vergleich zu diesen günstigeren China-Beamern stellt er alle Farben sehr exakt dar und besitzt keine merklichen Abweichungen in irgendeinem Farbspektrum.

Da dieser Beamer ein vergleichsweise günstiges FullHD-Gerät ist, war ich gespannt, wie sich dessen Schärfe gegen 720p-Modelle darstellt:
Wer bisher ein HD-Gerät besitzt und damit zufrieden ist, muss in meinen Augen nicht unbedingt upgraden. Wer jedoch vor dem Neukauf eines Beamers steht, sollte in meinen Augen nicht zu lange zögern und gleich den Schritt zu FullHD wagen. Die Bildschärfe dieses relativ preiswerten Modells ist absolut einwandfrei und nach meinem Empfinden den Mehrpreis gegenüber einem guten HD-Beamer auf jeden Fall wert.

Auch bei schräger Aufstellung und erfolgter Trapezkorrektur ist die Schärfe übrigens weiterhin gegeben, was hier bei bis zu 40° möglich ist.
Es gilt jedoch zu beachten, dass der TH535 nur die digitale Keystonekorrektur beherrscht, was einen etwas kleineren Bildausschnitt zur Folge hat und somit die Auflösung reduziert.
Zugute halten muss man dem Beamer jedoch, dass Videobilder im Ausgangszustand glücklicherweise schon „aufwärts“ projiziert werden. Das bedeutet, dass sich die Unterkante des Bildes auf Höhe der Beameraufstellung befindet und er beispielsweise auf den Boden oder einen Tisch platziert werden kann, ohne dass man ihn manuell schräg stellen muss.

Die Helligkeit ist darüber hinaus über alle Zweifel erhaben und ab leichtem Abendlicht vollkommen ausreichend. Dunkelt man den Raum ein wenig ab, ist er einwandfrei zu verwenden. Für Präsentationen bei Tageslicht ist er meiner Meinung nach aber zu dunkel.

Etwas aufpassen sollten außerdem Personen, die bei DLP-Beamern für den sogenannten Regenbogeneffekt anfällig sind. Dieser tritt beim TH535 etwas stärker auf und kann den Filmspaß möglicherweise verderben, wenn man sich zu sehr darauf konzentriert.
Der Regenbogeneffekt bezeichnet das Aufblitzen von Farbrändern bei schnelleren Bewegungen. Er entsteht durch die sich schnell drehenden Farbräder bei der DLP-Projektionstechnik und fällt schätzungsweise 5-10% der Zuschauer auf.

Funktionen

Während viele Billig-Beamer neben der Einspeisung von VGA- und HDMI-Quellen auch die Verbindung von MicroSD-Karten, USB-Sticks oder externen Festplatten ermöglichen, beschränkt sich der BenQ auf die klassischen Eingänge VGA, S-Video und HDMI.
Für den Notfall sind solche erweiterten Medien-Möglichkeiten zwar immer ganz nett, jedoch habe ich bisher eher festgestellt, dass dadurch andere Funktionen der Beamer leiden.
So arbeitet die Software zur Wiedergabe dieser Medien oft recht schleppend und es auch sonstige Einstellungsmöglichkeiten der China-Beamer sind meist sehr rudimentär umgesetzt.

Der TH535 erlaubt beispielsweise eine sehr genaue Anpassung der Bildparameter, lässt das Seitenverhältnis wählen und ermöglicht die Aktivierung eines ECO-Modus.
Dieser reduziert die Lampenhelligkeit, senkt damit den Stromverbrauch und verlängert die Lebensdauer der Leuchte.
Außerdem verringert er die Lüfterlautstärke – wobei ich mir da einen merklicheren Unterschied erhofft habe.

Fernbedienung

Sie arbeitet tadellos und bietet alle Funktionen, die auch direkt über die Gehäuseknöpfe erreichbar sind. Außerdem bietet sie noch Direkttasten wie „Freeze“, Bildverhältnis usw.
Der Empfänger am Beamer befindet sich zwar an dessen Vorderseite, jedoch werden Signale recht tolerant aus allen Richtungen angenommen.
Eine Beleuchtung besitzt sie klassentypisch nicht.

Lautsprecher

Die Tonausgabe ist brauchbar und besser als bei vergleichbaren Beamern. Für gut klingenden Filmton sollte man jedoch auf jeden Fall auf externe Boxen ausweichen.

Lüfter

Wie bei allen günstigeren Beamern ist auch hier die Geräuschkulisse durch den Lüfter je nach Anwendungsfall erhöht.
Ich habe zwar schon deutlich lautere Beamer im billigeren Segment gehört, jedoch ist auch der TH535 kein flüsterleises Gerät. Vergleichbar ist er etwa mit einem sehr leisen Föhn, wobei das gleichbleibende Lüftergeräusch nur durch die strömende Luft entsteht – und immerhin kein unangenehmes Surren oder Pfeifen von einem schlecht implementierten Lüfter dazu kommt.
In ruhigeren Filmpassagen ist der Beamer so merklich zu hören. Der Eco-Modus reduziert die Lautstärke leider nicht allzu stark.
Zu empfehlen ist hier, den Beamer nicht direkt neben oder hinter den Zuschauern zu platzieren, sondern z.B. eine Montage an der Decke in Betracht zu ziehen, um den Lüfter maximal weit von den Ohren zu entfernen.
Dort ist er meiner Meinung nach dann spätestens bei der Videowiedergabe nicht mehr zu bemerken.

Fazit

Der Beamer ist ausgesprochen schick und kann grundsätzlich mit einer sehr guten Bildqualität und ausreichender Helligkeit überzeugen. Im Vergleich zu halb so teuren Beamern ist die Bildqualität deutlich besser und die Farben sind natürlicher.
In lautlosen Filmpassagen ist das Lüftergeräusch bemerkbar, jedoch ist es ein durchgehend geringes Rauschen, was nicht besonders stört und nur bei deutlich teureren Beamer wegfällt.
Für Präsentationen bei Tageslicht ist die Helligkeit etwas zu gering, jedoch ist der Beamer ab leichter Abdunklung für so gut wie alle Anwendungsfälle zu empfehlen.
Schade finde ich das Fehlern einer Linsenabdeckung, was ihn weniger transportabel und langfristig ein regelmäßiges Entstauben der Optik nötig macht.

Seinen Preis ist er in meinen Augen aber wert. Wer aktuell vor dem Kauf eines Beamers steht, kann den BenQ in Betracht ziehen. Wer sich stattdessen einen günstigeren „China-Beamer“ anschaffen möchte, sollte überlegen, ob eine geringere Bildqualität und aktuell häufig nur HD langfristig ausreichen.

BenQ TH535 DLP-Projektor – Für 526€ bei Amazon (Zum Testzeitpunkt)
Getestet am
Produkt
BenQ TH535 DLP-Projektor Beamer
Bewertung
4

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.