Cubot Power Smartphone

Mein Hauptgerät ist parallel ein LG G6, das ich hauptsächlich wegen dessen Weitwinkelkamera und der angenehmen Größe nutze. Jedoch stört mich bei diesem und den meisten bisher getesteten Smartphones die Akkulaufzeit, die bei etwas intensiverer Nutzung dann doch immer nur knapp oder gerade nicht mehr für den Tag reicht.
Aufgrund einiger Tests, die von der Ausdauer des Cubot angetan waren, habe ich mir als Zweitgerät dieses Handy angeschafft und es jetzt für ein paar Wochen genutzt.

Lieferumfang

Neben dem Standardzubehör, wie Ladegerät und -kabel findet sich auch eine bereits angebrachte Displayfolie und eine transparente Schutzhülle im Karton. Kopfhörer liegen nicht bei, sind in meinen Augen aber meistens auch unnötig.

Verarbeitung & Design

Das Gehäuse besteht aus glänzendem Kunststoff und ist dadurch natürlich sehr kratzeranfällig, vermutlich aber auch etwas leichter, als wenn Cubot auf Alu gesetzt hätte. Das Gewicht ist wegen des großen Akkus sowieso schon ziemlich hoch.
Das Gerät wirkt stabil und die Verarbeitung ist bis auf eine kleine Stelle, an der die Dichtung des Gehäuses herausschaut in Ordnung.
Durch die abgerundeten Kanten liegt es trotz der Größe und des hohen Gewichts angenehm in der Hand.
Die Kamera wurde beinahe komplett ins Gehäuse eingelassen und steht nur minimal hervor, was einem Zerkratzen und dem Kippeln vorbeugt, wenn es auf dem Rücken liegt.
Displaygröße: Wie alle Hersteller schummelt auch Cubot ein klein wenig und zeigt etwas kleinere Displayränder als sie in der Realität vorhanden sind. Für die Mittelklasse empfinde ich sie jedoch trotzdem noch als schmal genug.

Seitentasten:
Der Druckpunkt ist in meinen Augen sehr angenehm und die Bedienelemente sind gut zu erreichen. Wie bei vielen günstigeren Handys wackeln diese minimal – was mich persönlich aber nicht wirklich stört.

Insgesamt gefallen mir Verarbeitung, generelle Haptik und Design ganz gut.

Fingerabdruckleser

Der Fingerabdrucksensor befindet sich in einer sehr gut zu erreichenden Position auf der Rückseite und entsperrt nicht besonders langsam, aber auch nicht wirklich rasant. Im Vergleich mit meinem auch nicht ganz so schnellen LG G6 kann es nicht ganz mithalten.
Die Zuverlässigkeit ist auf einem mittelmäßigen Niveau. Von 10 Versuchen funktionieren 8-9.
Als überraschende Funktion stellte sich heraus, dass innerhalb von Chrome ein Klick darauf die Menütaste auslöst. Da der Browser aber irgendwie die einzige App ist, bei der das funktioniert, kann ich nicht sagen, wie stark der Hersteller das beabsichtigt hat.

Inbetriebnahme

Wer bereits ein Androidsmartphone hatte, wird sich hier dank „Stock-Android“ (vom Hersteller unverändert) sofort zurecht finden. Im Gegensatz zu anderen Chinahandys funktionierte bei mir auch die Einrichtung über „Google-Nearby“, mithilfe derer das Google-Konto (Wlan-Netze, Apps, Kontakte) vom bisherigen Handy schnell aufs Power übernommen werden kann.

Software

Dank eher unverändertem Android läuft das System meist flüssig, stabil und wegen des absolut ausreichend schnellen Prozessor angenehm zügig. Ein Haken oder Hängenbleiben musste ich bisher nicht feststellen. Abweichungen von Stock-Rom habe ich bisher nur bei der Hotspot-Funktionalität festgestellt. Dazu unten mehr.

Vorinstallierte Bloatware findet sich keine. Bis auf ein paar Standard-Google-Apps ist das System komplett sauber.

Updates:
Im Lauf der ersten Nutzungstage kam nun schon eine Aktualisierung, die kleine Korrekturen mit sich brachte und den Netzempfang verbessern sollte, wobei ich damit auch vorher keine Probleme hatte.
Aktuell läuft Android 8.1, wobei der Sicherheitspatch vom Mai 2018 ist. Es wird sich zeigen, ob Cubot wenigstens noch ein paar Monate Updates ausliefert. Allzu viel Hoffnung mache ich mir da bei den China-Anbietern meistens nicht. Bis auf Sicherheitspatches wäre der Rest allerdings bei einem funktionierenden Smartphone auch nicht tragisch.

Speicher

Die integrierten 128GB bieten viel Platz für Bilder und Musik und werden in meinem Fall hauptsächlich von Spotify belegt. Bin sehr davon angetan, dass Cubot hier so großzügig war. Die Speichergeschwindigkeit ist unauffällig schnell. Laut der App AndroBench sind es beim Lesen maximal 284 und beim Schreiben 181MB/s. Im Verhältnis mit anderen Mittelklassegeräten ist das eher schnell.

Akkulaufzeit & USB-C

Dank des riesigen Akkus sollte das Power theoretisch sehr lange durchhalten. Praktisch sieht das ganze glücklicherweise ebenso aus und bei durchschnittlicher Nutzung erreiche ich locker zwei Tage.
Eine Bildschirmzeit von 6h ist hier einfach möglich und ich habe am Ende des zweiten Tages dann trotz aktivierter Synchronisation und Bluetooth immer noch 15% übrig.
Beim Laden kommt USB-C zum Einsatz, wobei es keine besondere Schnellladetechnologie bietet. Im besten Fall setzt man entweder das originale oder ein anderes leistungsfähiges Netzteil (Ladestärke > 2000 mAh) ein. Mit ihnen ist das vollständige Laden in etwa 4h möglich. Schwächere Ladegeräte können da die doppelte Zeit benötigen.
Der USB-C-Anschluss erlaubt Datenübertragungen nach USB-2.0-Geschwindigkeit und kann mithilfe von Adaptern USB-Sticks lesen oder auch mit Tastaturen umgehen.

Display

Blickwinkel und Farben sind absolut top. Nur der Kontrast ist ein wenig geringer als z.B. bei meinem LG G6.
Preislich spielt der Bildschirm damit im normalen Mittelklassesegment.
Um das Panel befindet sich noch ein kleiner schwarzer Rand (~0,8mm), wodurch das nutzbare Display im ausgeschalteten Zustand ein wenig größer wirkt, als es dann wirklich ist.

Dualsim (Dual-Standby)

Entweder können eine SD-Karte + SIM oder zwei nano-SIM-Karten verwendet werden. Micro-SD-Karten können hierbei problemlos 256GB groß sein.
Die Erkennung und Verwendung meiner beiden Simkarten im D1-Netz (LTE-Datentarif + günstiger Telefontarif) ging ohne weiteres vonstatten.
Einer gleichzeitigen Verwendung von Arbeits- und PrivatSIM oder verschiedenen Tarifen steht also nichts im Weg.

Kommunikation

Gesprächspartner werden klar und deutlich verstanden und die eigene Stimme kommt beim Gegenüber ebenso gut an. Ich war hier beinahe überrascht, wie gut die Übertragung ist. Wem Telefonie wichtig ist, muss hier keinerlei Bedenken haben.

WiFi:
Teilweise hat das Handy mit manchen 5Ghz-Wlan-Netzen seine Probleme. Komischerweise funktioniert die Verbindung beispielsweise zu meinem Heim-Router nicht problemlos – zum Repeater, der ebenfalls mit 5Ghz funkt, klappt es jedoch immer.
Hier kann dann die Geschwindigkeit eines 100Mbit-DSL bei nicht zu weiter Entfernung ohne Weiteres ausgeschöpft werden. Im Nachbarraum kommen aber immer noch 85Mbit an.
Beim Übertragen von Daten meines NAS-System auf den internen Speicher des Cubots sind ansonsten Raten von bis zu 10MB/s möglich, wobei das auf die Dateigröße ankommt. MP3s werden beispielsweise eher mit 4-7MB/s übertragen.

Hotspot:
Im Vergleich mit anderen Handys bietet das Cubot überraschend Funktionsvielfalt beim Hotspot an. So soll beispielsweise möglich sein, auch ein 5Ghz-Wlan aufzubauen. Leider sollte man bis auf das Passwort und den Namen aber lieber nichts von den Grundeinstellungen verändern, da der Hotspot ansonsten einfach nicht funktioniert. Etwas schade, dass es dann nicht herausgenommen wurde.
Ungewohnt ist ansonsten die Fähigkeit, einzelne Nutzer zu blockieren, was ich als praktisch empfinde und bei anderen Herstellern auch gerne sehen würde.

Bluetooth: Zur Verbindung mit meiner Bluetoothbox und -Kopfhörern nutze ich regelmäßig den Funkstandard und konnte auch da bis jetzt keine Ausfälle bemerken.
Etwas schade ist in dem Zusammenhang nur, dass Cubot bei ihrem neuesten „Flaggschiff“ wie bei allen Geräten vorher ebenfalls kein NFC verbaut, mit dem es sich noch schneller zu kompatiblen Geräten verbinden ließe.

GPS:
Grundsätzlich wird ein GPS-Standort äußerst schnell gefunden und die Navigation ist damit eigentlich auch recht gut möglich. Leider zickt jedoch der Kompass sehr heftig herum, so dass die Blickrichtung beinahe nie korrekt angezeigt wird und man sich daher beim Blick auf Google Maps nicht auf die Richtung verlassen sollte.

Kamera

Fotos wirken bei Tageslicht gut, zeichnen sich bei beginnender Dämmerung aber durch stärkeres Rauschen, Weichzeichnung und leichtes Verwackeln aus. Die Selfie-Kamera verwackelt darüberhinaus eigentlich auch immer und wirklich gute Fotos kamen da noch nicht heraus.
Wer einen Fokus auf Fotografieren legt, sollte also eher zu anderen Modellen greifen.
Im Preisvergleich siedelt sich die Kamera damit im Mittelfeld ein.

Fazit

Meiner Meinung nach ist das Power ein leistungsstarkes, recht schickes Smartphone der Mittelklasse, was mit toller Akkulaufzeit, großem Display und großzügigem Speicher überzeugen kann. Der aktuelle Preis von 249€ ist in Anbetracht des großen Speichers in Ordnung.
Nachteilig stellen sich ein in selten Fällen etwas zickiges WLAN und die eher mittelprächtige Kamera dar.
Alternativen sehe ich aktuell beim etwa gleich bepreisten Huawei P20 lite und den günstigeren sowie etwas stärkeren Smartphones von Xiaomi, wobei diese nicht überall verfügbar sind.

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Cubot Power Smartphone
Bewertung
4

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