Q Acoustics 3020i Regallautsprecher

Durch zahlreiche Testberichte als Preisleistungssieger gekürt, hat der Q3020i recht schnell mein Interesse geweckt. Nachdem ich schon lange auf der Suche nach neuen, nicht zu großen Boxen war, durften sie nun nach Vergleichen mit einigen Lautsprechern ähnlicher Preisregion bei mir einziehen.
Nach mehreren Einspieltagen haben sie nun meine und die Zustimmung meiner Freundin, sowie einen festen Platz in unserer Wohnung erhalten.

Zur Einordnung meines Berichts: Ich bezeichne mich als musikalisch interessierten, qualitätsbewussten Hörer – ohne den Anschein erwecken zu wollen, ein absolutes Gehör zu haben. Den Großteil meiner Musik höre ich über Spotify mit höchster Qualitätseinstellung und weiche nur hin und wieder auf FLAC aus, wenn ich testen möchte, wie hochqualitativ ein Track tatsächlich aufgenommen / gemastert wurde und ob ich noch einen Unterschied wahrnehme.
Meine Rezension richtet sich an Personen mit ähnlicher Ausrichtung, die hauptsächlich auf der Suche nach hochwertigen Boxen sind, um Spaß an der Musik zu haben.

Personen mit langjähriger Erfahrung, spezialisiertem Gehör oder professionellem HiFi-Equipment haben also eventuell abweichende Ansprüche an ihre Boxen – sind dann aber vermutlich auch in anderen Preisregionen unterwegs ohne dieser Kategorie überhaupt eine Chance zu geben.

Lieferumfang

Die Boxen werden sehr gut gepolstert geliefert und sind zum Schutz mit Folie umwickelt. Beim Herausnehmen erhält man visuell klare Hinweise, wie man sie fassen soll, um die Membranen nicht versehentlich einzudrücken.
Neben den Lautsprechern findet sich noch ein Info-Heft zur Q Acoustics 3000i-Produktlinie und zwei Schaumstoff-Zylinder im Karton, mit denen sich die Bassausgabe bei ungünstiger Aufstellung reduzieren lässt.

Verarbeitung & Design

Beim Auspacken fällt direkt das ungewöhnliche Format der Q3020i auf, da sie im Vergleich mit der Breite und Höhe recht tief sind. Vor dem Kauf lohnt es sich also eventuell, die angegebenen Maße einmal mit dem später gewünschten Aufstellungsort abzugleichen, um beispielsweise bei einer gewünschten Platzierung im Regal nicht überrascht zu werden.

Handwerklich wurden sie sauber und in der von mir erworbenen Ausführung matt-weiß foliert und zeigen an den Kanten nur minimale Blitzer des darunter liegenden Materials, welche bei normalem Abstand nicht mehr auffallen.
Mit einer vollständigen Lackierung ist die Seiten-Folierung aber natürlich nicht vergleichbar und wer z.B. schon einmal Nubert-Boxen aus einer der oberen Linien betrachten konnte, wird deutliche Unterschiede feststellen. Da man sich hier aber wieder im höherpreisigen Segment befindet, ist das natürlich kein fairer Vergleich.
Preisbezogen kann man bei den Q Acoustics vollkommen zufrieden sein, da auch die übrige Verarbeitung, wie die exakt eingepassten Lautsprecher, das rückseitige Anschlussterminal und die magnetische Mesh-Abdeckung in einer professionellen Liga mitspielen.

Von der schönen Verarbeitung profitiert natürlich auch die Optik und ich habe mich aufgrund des edlen Aussehens und unserer restlichen eher hellen Einrichtung für die weiße Variante entschieden. Sehr schön finde ich, dass der Hersteller bei dieser ein harmonierendes Betongrau für die Mesh-Abdeckung gewählt hat.
Bei Erhalt ist mir dann erst aufgefallen, wie ähnlich sich das Design der Boxen und das unseres Google Homes ist.

Installation

Wer schon einmal Lautsprecher angeschlossen hat, wird hier nicht überrascht werden. Zum Anschluss an den Verstärker können entweder blankes Boxenkabel bis zu einem Querschnitt von 4mm oder Bananenstecker verwendet werden.
Wer die Kabel nicht oft tauscht, sollte auf unnötige Zwischenverbinder verzichten und das Kabel direkt an die Boxen anschließen, um die Versorgungskette möglichst simpel zu halten. Ich verwende Bananenstecker, weil ich meine Geräte doch ab und zu mal umstecke und bin in beiden Fällen mit dem Anschlussterminal absolut zufrieden. Die gut zu greifenden Drehklemmen lassen ein sehr stabiles Verbinden von kleinem bis großem Kabelquerschnitt zu und auch Bananas lassen sich vollständig ins Terminal einführen, um den Platz hinter den Lautsprechern bestmöglich ausnutzen zu können.
Zum Einsatz kommen die Q Acoustics bei mir am Class-D-Verstärker SMSL AD18, den ich übrigens dank seiner Kompaktheit, den digitalen Eingängen und der vollkommen ausreichenden Leistung bei unverfälschtem Klang gerne weiter empfehlen kann.

Klang

Sie liefern sehr klare Höhen, schöne Mitten und je nach Aufstellung auch eine ordentliche Portion an Bass, wobei sie natürlich nicht mit Standboxen oder einem dedizierten Subwoofer mithalten können. Für meinen Geschmack liefern sie aber größenbezogen noch einen sehr angenehmen Bassbereich ab, der sich in meinen Augen auch für Elektro und HipHop eignet.
Außerdem entfalten sie bei richtiger Platzierung eine schöne, große Bühne mit vollem Volumen, welches man den kompakten Boxen so vielleicht gar nicht zutraut.
Insgesamt muss ich sagen, dass sie mir klanglich einfach gefallen, eine hübsche Dynamik entfalten und genau meinen Geschmack treffen.

Aufstellung

Beim Klang hatte ich bereits erwähnt, dass die Aufstellung, wie bei allen Boxen, eine gewisse Rolle spielt. Besonders die Lösung des Klangs von den Lautsprechern und die Bass-Entfaltung werden bei den Q3020i hiervon betroffen. Wunder sollte man bei ungeeigneten Räumen also auch trotz aller bisheriger Berichte, die die Q Acoustics als äußerst aufstellungsunkritisch bezeichnen, nicht erwarten – auch wenn sie im Vergleich zu anderen Boxen möglicherweise etwas toleranter sind.
Ich stellte sie zuerst am Fernsehregal im 30m²-Zimmer auf und erhielt den oben erwähnten, überzeugenden Klang, wobei dieser mit Boxenständern und etwas weiter auseinander gerückt vermutlich nochmal profitieren würde.
Im beigefügten Bild kann man sich einen gewissen Eindruck davon machen, wie sie bei uns aufgestellt sind. Nicht im Bild, hinter dem Sofa, geht der Raum nochmal ein Stück weiter.

Im Anschluss kamen sie am 15m²-Arbeitsplatz als Schreibtischboxen zum Einsatz und ich war beinahe überrascht, wie sich der Klang vom Schreibtischstuhl aus gesehen unterschied. Er war deutlich flacher, eher bassarm und auch die Räumlichkeit musste Einbußen hinnehmen. Unterschiedliche Abstände zur Wand brachten nicht viel Änderung.
Beim Zurücktreten dann die Erkenntnis: Ab ca. 1,8m Entfernung verbesserte sich das Klangbild schlagartig – trotz des kleinen Raums.
Im großen Raum verglich ich die Strecken noch einmal und stellte hier das selbe fest: Ein zu geringer Hörabstand verhindert die komplette Entfaltung der Boxen.

Nach meinen Erfahrungen sollte die Hördistanz also größer 1,8 m und sein, um das volle Potential der Q3020i auszuschöpfen. Hierbei war es übrigens nicht allzu wichtig, im perfekten Stereodreieck zu sitzen, um eine schöne Räumlichkeit zu erhalten. In diesem Bezug sind sie also tatsächlich unkritisch und somit auch sehr gut zur Hintergrundbeschallung eines größeren Raums geeignet.

Fazit

Wer wie ich auf der Suche nach hochwertigen Kompaktboxen für einen vertretbaren Preis ist, kann die Q Acoustics problemlos zuhause ausprobieren. Preis- und größenbezogen finde ich den Klang außerordentlich überzeugend und ich schätze auch die angenehm moderne, aber schlichte Optik. Ein gewisser Abstand zueinander und zum Hörer tut ihnen aber durchaus gut. Insgesamt kann ich sie jedoch mit voller Überzeugung weiterempfehlen.

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Q Acoustics 3020i Regallautsprecher
Bewertung
5

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